Der globale Sicherheitsdruckmarkt bewegt sich laut aktuellen Marktanalysen in der Grössenordnung von rund 34 Milliarden US-Dollar und dürfte bis 2030 auf knapp 40 Milliarden US-Dollar wachsen. Banknoten gelten dabei als eines der grössten Teilsegmente, mit einem eigenen, auf gut 14 Milliarden US-Dollar geschätzten Marktvolumen bis 2030. Zentralbanken und Notenbanken benötigen sachkundige, unabhängige Beratung, um aus dem Angebot etablierter Sicherheitsmerkmal-Lieferanten und Druckereien die für sie passende Kombination zu wählen – ohne sich an einen einzigen Anbieter zu binden oder in versteckte Abhängigkeiten zu geraten.
Anbieter von Hologrammen und Sicherheitsfäden im globalen Druckmarkt
Der Markt für Sicherheitsmerkmale wird von einer überschaubaren Zahl spezialisierter Zulieferer und integrierter Druckhausanbieter geprägt. Grosse, vertikal integrierte Akteure wie Giesecke+Devrient, De La Rue und Crane Currency betreiben eigene Hologramm- und Sicherheitsfaden-Linien und integrieren diese direkt in ihre Druckprozesse. Das vereinfacht die Zusammenarbeit für die Notenbank, weil sie nicht zwischen einzelnen Komponenten jonglieren muss – birgt aber das Risiko einer Bindung an einen einzigen Anbieter und tendenziell höherer Gesamtpreise.
Daneben positionieren sich modulare Partner wie Koenig & Bauer, die auch Komponenten von Drittherstellern integrieren können. Diese Flexibilität ist für Zentralbanken wertvoll, weil sie mehrere Bezugsquellen für kritische Komponenten prüfen und bei Bedarf wechseln können. Kleinere, regionale Anbieter bedienen zusätzlich einzelne Nischenmärkte oder bieten Kostenalternativen – verlangen dafür aber eine intensivere Qualitätskontrolle und Due Diligence seitens der Notenbank.
Unabhängige Bewertung von Sicherheitsmerkmal-Lieferanten
Die Wahl eines Sicherheitsmerkmal-Lieferanten ist selten primär eine technische Frage – meistens ist sie vor allem strategisch und finanziell. Eine sachkundige Bewertung deckt mehrere Dimensionen ab.
Beim technischen Risiko geht es darum, ob ein Lieferant eine spezifische Anforderung – etwa ein optisch variables Hologramm mit Mikrotext oder einen Sicherheitsfaden mit kinematischem Effekt – zuverlässig und reproduzierbar liefern kann. Das lässt sich nur durch Laborprüfung von Mustern, die Durchsicht der Prozessunterlagen und Audits vor Ort in der Produktion belastbar beurteilen.
Bei der Liefersicherheit stellt sich die Frage, ob der Anbieter die geplante Menge fristgerecht liefern kann, ohne dass Engpässe entstehen. Entsprechend sollten Verträge verbindliche Liefergarantien, Vertragsstrafen und Sicherheitsleistungen enthalten.
Beim Preis braucht es Transparenz: Der Lieferant sollte eine nachvollziehbare Kostenaufstellung vorlegen, die Material, Gemeinkosten, Marge und Mengenrabatte sauber trennt – ein Vergleich mit konkurrierenden Angeboten deckt oft versteckte Gebühren oder Überpreise auf.
Beim geistigen Eigentum ist entscheidend, wem das Design eines Sicherheitsmerkmals gehört und ob die Notenbank es bei Bedarf an einen anderen Lieferanten weitergeben kann, oder ob eine langfristige Bindung entsteht. Unabhängige Berater prüfen Vertragsvorlagen genau auf solche Fallstricke.
Und schliesslich zählt die Reputation: Verfügt der Lieferant über eine Erfolgsbilanz bei Notenbanken vergleichbarer Grösse und Region? Sind Qualitätsprobleme bekannt? Referenzgespräche und eigene Recherche gehören hier zwingend dazu.
Sicherheitsmerkmale in den Druckprozess integrieren
Sicherheitsmerkmale sind keine simplen Zusätze, die nachträglich aufgeklebt werden – ihre Einbettung in den Banknotendruck ist ein hochspezialisierter Prozess, der Design, Technologie und Prozesskontrolle eng miteinander verzahnt.
Hologramme werden meist im Ultraschall-Präge- oder Laserverfahren direkt auf das Substrat aufgebracht. Das erfordert spezielle Pressen und eine präzise Temperaturkontrolle, um Verformungen zu vermeiden; Hologrammfolien-Lieferant und Druckhaus müssen eng zusammenarbeiten, damit Haftung, Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Reibung sowie das optische Finish stimmen.
Sicherheitsfäden aus Kunststoff- oder Polyesterfolie werden entweder während der Papierherstellung eingewoben oder nachträglich in speziellen Druckmaschinen appliziert. Moderner sind vollständig im Fasergefüge verankerte Fäden – technisch aufwendiger, dafür nicht abziehbar und deutlich haltbarer.
Digitale Wasserzeichen und kinematische Effekte wie das MOTION-Verfahren verlangen spezialisierte Drucktechnik – etwa präzise Mehrfarbüberdrucke, Mikroperforation oder holographische Mehrschichtbeschichtungen. Jede dieser Techniken braucht eigene Ausrüstung, Kalibrierung und kontinuierliche Qualitätskontrolle.
Eine unabhängige Beratung beurteilt, ob die gewählte Druckerei über die notwendige Technologie verfügt oder investieren muss, ob bestehende Maschinen ausreichen oder neue Linien nötig sind, und welche Ausfallrisiken damit verbunden sind. Eine schlecht geplante Integration führt zu Verschnitt, Ausschuss und Verzögerungen – mit spürbaren Kostenfolgen.
Neue Technologien: digitale Wasserzeichen, kinematische Sicherheitsfäden und polymere Innovationen
Der Banknotendruckmarkt durchlebt eine Innovationswelle, in der klassische, mechanische Sicherheitsmerkmale zunehmend durch digitale und polymere Technologien ergänzt werden.
Digitale Wasserzeichen – teils auch als unsichtbare Tinten oder chemische Marker bezeichnet – sind optisch kaum oder gar nicht sichtbar, lassen sich aber durch UV-Licht, Infrarot-Scanning oder eine chemische Reaktion sichtbar machen. Sie erlauben es Automaten und autorisierten Kontrollgeräten, eine Banknote blitzschnell zu validieren, ohne dass Fälscher wissen, welcher Parameter genau geprüft wird – das erhöht den nötigen Fälschungsaufwand erheblich.
Kinematische Sicherheitsfäden, wie sie unter anderem von De La Rue unter dem Namen MOTION entwickelt wurden, zeigen beim Kippen der Banknote Bewegungs- oder Farbwechseleffekte, die maschinell leicht erfassbar und gleichzeitig optisch eindrücklich sind. Varianten reichen bis zu magnetischen Fäden, die sich in Röntgenscannern erkennen lassen, oder zu Fäden mit eingebetteten Sicherheitschips für eine künftige, kontaktlose Authentifizierung.
Polymere Banknotensubstrate bieten gegenüber Baumwollfaserpapier Vorteile bei Haltbarkeit, Feuchtigkeitsresistenz und optischem Finish. Eine wachsende Zahl von Notenbanken weltweit hat inzwischen mindestens eine Stückelung auf Polymer umgestellt. Das Material ermöglicht zudem neue Sicherheitsmerkmale wie durchsichtige Fenster mit Hologrammen, 3D-Effekte oder Elemente, die nur aus bestimmten Blickwinkeln sichtbar werden.
In der Forschung wird zudem an dezentralen, kryptografisch abgesicherten Verifikationssystemen gearbeitet, bei denen jede Banknote eine digitale Signatur trägt. Solche Ansätze sind noch nicht im Produktivbetrieb angekommen, könnten aber eine mögliche nächste Entwicklungsstufe darstellen.
Zentralbanken sollten jede dieser Technologien kritisch prüfen: Ist sie tatsächlich reif für den Serieneinsatz? Welche Herstellungskosten sind angemessen? Wie zuverlässig funktioniert sie im täglichen Betrieb? Unabhängige Beratung hilft, Hype von echtem Mehrwert zu unterscheiden.
Anbieterneutrale Ausschreibungsunterstützung für Sicherheitskomponenten
Ein faires, transparentes Ausschreibungsverfahren ist die Grundlage für wettbewerbsfähige Preise und technologische Qualität. Ausschreibungen im Bereich Banknotensicherheit sind jedoch komplex und hochspezialisiert – ein Umstand, den grosse Anbieter mitunter nutzen, um kleinere Konkurrenten über unklare Anforderungsspezifikationen faktisch auszuschliessen.
Eine unabhängige Ausschreibungsberatung deckt mehrere Kernaufgaben ab. Zunächst die Anforderungsdefinition: Was braucht die Notenbank tatsächlich, was ist nur wünschenswert? Technische Spezifikationen sollten funktional und offen formuliert sein – etwa »optisch variabler Hologrammeffekt mit Mikrotext« statt der Verweis auf ein konkretes Produkt eines bestimmten Lieferanten –, damit mehrere Anbieter konkurrieren können.
Vor der eigentlichen Ausschreibung lohnt sich eine Markterkundung: Gespräche mit potenziellen Lieferanten zeigen, welche Techniken machbar sind, welche Zeiträume realistisch sind und wie sich die Preise entwickeln. Das verhindert, dass Spezifikationen entweder unerreichbar oder unnötig teuer formuliert werden.
Bei den Evaluierungskriterien sollten technische Leistung, Preis, Liefersicherheit, Referenzen und die Kontrolle über geistiges Eigentum gleichermassen einfliessen; nicht-technische Kriterien müssen klar begründet und dürfen nicht versteckt sein. Während Durchführung und Bewertung braucht es ein strukturiertes, dokumentiertes Auswahlverfahren mit einer Beschwerdemöglichkeit für unterlegene Bieter – das reduziert Willkür und Korruptionsrisiken. Und in der Vertragsgestaltung müssen Sicherheiten, Vertragsstrafen bei Verzug, Regelungen zur Ersatzbeschaffung, geistiges Eigentum sowie Abnahmetests und -kriterien juristisch sauber verankert sein.
Unabhängige Berater bringen dabei einen entscheidenden Vorteil mit: Sie haben kein Eigeninteresse an der Wahl eines bestimmten Lieferanten, kennen den globalen Markt, verfügen über erprobte Muster-Spezifikationen und Vertragsvorlagen und schützen Notenbanken vor unnötigen Abhängigkeitsverträgen.
Muster aus erfolgreichen Anti-Counterfeiting-Projekten weltweit
Aus Vertraulichkeitsgründen nennen wir keine einzelnen Projekte oder Notenbanken namentlich. Über viele Banknotenerneuerungen hinweg lassen sich jedoch wiederkehrende Muster erkennen.
Beim Übergang von Baumwollfaserpapier zu Polymer berichten mehrere Länder von einem spürbaren Rückgang der Fälschungen in den Jahren nach der Markteinführung – die höhere Haltbarkeit und die neuen, nur mit Polymer möglichen Sicherheitsmerkmale schaffen eine natürliche Hürde, weil Fälscher ihre Ausrüstung komplett neu aufbauen müssten. Solche Projekte verlangen allerdings oft mehrjährige Vorbereitung und Investitionen im hohen zwei- bis dreistelligen Millionenbereich.
Länder, die nicht auf eine einzelne neue Technologie setzen, sondern Hologramme, Sicherheitsfäden, digitale Wasserzeichen und Mikroprägung kombinieren, erzielen tendenziell bessere Ergebnisse: Ein Fälscher muss dann sämtliche Merkmale gleichzeitig reproduzieren, was Komplexität und Kostenrisiko stark erhöht.
In Regionen mit schwächerer automatisierter Prüfinfrastruktur haben sich taktile und visuell deutlich unterscheidbare Merkmale – etwa Grössenvariationen, Farbmuster oder Texturwechsel – bewährt, weil sie weniger von teurer technischer Infrastruktur abhängen.
Und Notenbanken, die mehrere Druckereien und mehrere Sicherheitsmerkmal-Lieferanten parallel unter Vertrag haben, berichten von besserer Preiskontrolle und höherer Versorgungssicherheit als solche, die sich auf einen einzigen Anbieter verlassen – bei höherem Koordinationsaufwand, aber grösserer Resilienz.
Als Erfolgsfaktoren kristallisieren sich heraus: eine klare technische Spezifikation vor der Ausschreibung, die frühe Einbindung der Lieferanten zur Machbarkeitsprüfung, eine realistische Zeitplanung von in der Regel nicht unter 18 bis 24 Monaten, mehrfache unabhängige Tests an Prototypen sowie eine rechtzeitige Schulung von Bankpersonal, Polizei und Automatenbetreibern vor der Markteinführung.
Wann sich externe Beratung bei der Auswahl von Sicherheitstechnologien lohnt
Externe, unabhängige Beratung wird in der Regel dann sinnvoll, wenn eine oder mehrere der folgenden Bedingungen zutreffen.
Besteht technische Unsicherheit – hat die Notenbank wenig eigene Expertise zu modernen Sicherheitsmerkmalen und kann Herstelleraussagen nur schwer kritisch hinterfragen –, können externe Fachleute Laborprüfungen durchführen, technische Behauptungen validieren und Risiken aufzeigen. Bei grossen Budgets und langen Laufzeiten, etwa ab einem Projektvolumen von 50 bis 100 Millionen Euro und mehr als zwei Jahren Laufzeit, amortisiert sich ein Beratungsmandat meist rasch über Preisverhandlungen, Risikoreduktion und weniger Verzögerungen. Steht die Notenbank vor der Wahl zwischen mehreren Lieferanten oder Technologien, kann ein neutraler Experte strukturierte Vergleichskriterien setzen und verhindern, dass interne Präferenzen oder Lobbyarbeit zu suboptimalen Entscheidungen führen. Bei rechtlicher und vertraglicher Komplexität – etwa bei der ersten eigenen Ausschreibung für Sicherheitsmerkmale oder bei neuen Lieferantentypen – kann ein erfahrener Berater Musterverträge anpassen und typische Fallstricke wie eine ungewollte IP-Bindung vermeiden. Und wer vorausschauend in zukunftssichere Technologien investieren will – Polymer, digitale Wasserzeichen, kontaktlose Authentifizierung –, profitiert von einer externen Einschätzung, welche Ansätze bereits serienreif sind und welche noch experimentell bleiben.
Beratungsmandate in diesem Bereich bewegen sich meist im Rahmen von 50.000 bis 500.000 Euro, je nach Umfang und Dauer. Bei Projekten über 100 Millionen Euro ist das eine vergleichsweise günstige Versicherung gegen teure Fehlentscheidungen; bei kleineren Vorhaben unter 20 Millionen Euro reicht häufig auch vorhandenes Fachwissen im Haus oder der Austausch mit Branchenverbänden.
Häufige Fragen
Welcher Sicherheitsmerkmal-Lieferant eignet sich am besten für unsere Notenbank?
Das hängt stark von Ihren Anforderungen ab: Produktionsmenge, Zeitrahmen, bevorzugte Technologie und geografische Nähe spielen alle eine Rolle. Grosse, integrierte Anbieter wie Giesecke+Devrient, De La Rue und Crane Currency bieten vollständige Lösungen, allerdings zu höheren Kosten und mit grösserem Abhängigkeitsrisiko. Spezialisierte Anbieter wie Koenig & Bauer ermöglichen mehr Flexibilität. Eine unabhängige Analyse gleicht Ihre Anforderungen mit den tatsächlichen Marktfähigkeiten ab.
Wie lange dauert die Entwicklung und Produktion eines neuen Sicherheitsmerkmals?
Typischerweise 12 bis 36 Monate von der Spezifikation bis zur Serienreife: drei bis sechs Monate für Design und Prototyping, weitere drei bis sechs Monate für technische Validierung und Tests, zwei bis drei Monate für Musterlose und schliesslich sechs bis zwölf Monate für das Hochfahren der Serienfertigung. Eilaufträge sind möglich, verursachen aber Mehrkosten und erhöhen das Fehlerrisiko.
Kann eine Notenbank mehrere Sicherheitsmerkmal-Lieferanten parallel unter Vertrag nehmen?
Ja, und das empfiehlt sich sogar. Mehrere Lieferanten für kritische Merkmale – etwa zwei Hologramm-Anbieter oder getrennte Lieferanten für Hologramme und Sicherheitsfäden – schaffen Wettbewerb, mehr Preistransparenz und eine höhere Versorgungssicherheit. Der Koordinationsaufwand steigt zwar, die Risiken sinken aber spürbar.
Woran erkennt man, ob ein Sicherheitsmerkmal wirklich täuschungsresistent ist?
Fünf Kriterien helfen bei der Einschätzung: der technische Aufwand, den ein Fälscher betreiben müsste; das Verhältnis von Fälschungskosten zu erwartetem Ertrag; die maschinelle Erkennbarkeit, also ob Automaten das Merkmal zuverlässig und schnell prüfen können; die Haltbarkeit im Umlauf über Monate und Jahre; und schliesslich eine gewisse Unauffälligkeit, damit ein Fälscher zwar weiss, dass ein Merkmal existiert, aber nicht genau, wie es funktioniert. Je mehr dieser Kriterien ein Merkmal erfüllt, desto robuster ist es.